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Alistair Hulett ist am 28. Januar in Glasgow Jahren gestorben. 1951 geboren, ist er viel zu früh gestorben: Er hatte noch so viel vor!
Am 5. Januar wurde er ins Krankenhaus eingeliefert unter dem Verdacht einer Lebensmittelvergiftung. Doch es stellte sich heraus, dass ein Karzinom sich sehr schnell und unaufhaltsam ausgebreitet hatte. Er war Sänger, Liedermacher, Gitarrist und revolutionärer Sozialist. Alistair hat mit eigenen und überlieferten schottisch-irischen Folksongs die Kultur der internationalen Arbeiterbewegung bereichert. In Konzerten von Gewerkschaftern, der Anti-AKW-Bewegung, der MLPD und der Linkspartei, bei mehreren Pfingstjugendtreffen sowie in Clubs und Pubs in Ost und West hat er gesungen. Seine Frau Fatima, schreibt: „Alistair war ein liebenswürdiger, sanftmütiger Mann, der sich verpflichtet fühlte, für eine bessere Welt zu kämpfen, eine Welt der Gerechtigkeit, der Gleichheit, der Liebe und des Respekts voreinander. ... Er hinterlässt mit seiner Musik ein großartiges Erbe, das weiterhin alle begeistern wird, die –wie er selbst – daran glauben, dass eine bessere Welt möglich ist.“ Die Beerdigung fand am 5. Februar in Glasgow (Linn Crematorium in Lainshaw Drive) statt.Fotos von den Trauerfeierlichkeiten.
Wer auf Youtube nach seinem Namen oder Roaring Jack sucht, findet u.a. eins seiner Meisterstücke: die Interpretation der „Internationale“ und Stücke aus der Folk-Punk-Periode. Interviews und Artikel über Alistair Hulett von karl Nümmes findet ihr unter Artikel auf dieser Webseite. Karl Nümmes sang am 1. Februar auf der Berliner Montagsdemo "Victor Jara aus Chile", das er von Alistair gelernt und dann ins Deutsche übertragen hat. Ein Gedenkposter wurde von Christian aus Kiel. Fotos von Alistair und vom Reihumsingen am Abend der Trauerfeiern. Tributes to Alistair in English (Karl Nümmes) ... es folgt ein Nachruf und Bericht von den Trauerfeiern in Glasgow von Karl Nümmes.....
Nachruf auf Alistair Hulett: Mit sanften Händen und doch so stark!
05.02.2010, Glasgow (Korrespondenz) Nein, warum so plötzlich. Er ist doch erst 1951 geboren, wäre dieses Jahr 59 geworden! Der Virtuose auf der Fiddle Dave Swarbrick eröffnete die erste von 3 Trauerfeiern für den großartigen Liedermacher und Aktivisten der Arbeiterbewegung Alistair Hulett. Über 200 Musiker, Musikliebhaber, politische Aktivisten, Freunde, Flüchtlinge, Gewerkschafter waren gekommen. Seine Schwester Alison schaffte es, Tränen in ihrer Rede zu überwinden und auch lustige Erlebnisse zu erzählen. Willensstark suchte und fand Alistair seinen Weg. Seine tiefe, kraftvolle Stimme, sein sparsames Gitarren-Picking, sein tiefgründiger Humor, seine wunderschönen Balladen, das sind die musikalischen Seiten von Alistair Hulett. Es gibt nur wenige Musiker, die sich über die Unterstützung politischer Forderungen auch selbst aktiv einsetzen in der Arbeiter- und Volksbewegung. Selbst der trotzkistischen Socialist Worker´s Party verbunden, unterstützte er im Jahr 2000 eine Veranstaltung der MLPD zum Gedenken an Lenin, Liebknecht und Luxemburg oder sang auf dem internationalen Pfingstjugendtreffen sein Meisterstück schöpferischer Interpretation: die Internationale. Der Heilbronner Liedermacher Pit Bäuml berichtet: „Wir kamen immer zu Alistairs Konzerten, wenn er im Irish Pub in Lauffen am Neckar spielte. Er war dort 2002 gerade zu der Zeit wieder zu Gast, als bei AUDI in Neckarsulm Warnstreik war. Und es war für ihn gar keine Frage, am nächsten Tag mit uns vors Tor zu gehen. Gemeinsam sangen wir bei den Streikposten.“ Schottisch-irische Folkmusik, Bob Dylan, Rolling Stones, Pete Seeger waren einige seiner musikalischen Vorbilder. Mit 18 wanderten seine Eltern mit ihm nach Australien aus. Als Hippie suchte er seinen Weg in Indien beim Dalai Lama. Doch der Kontakt mit indischen Kommunisten ließ ihn erkennen, dass Mystizismus die Massenarmut nicht ändert sondern aufrecht erhält. Er verbrannte seine Hippie-Klamotten. Mit der erfolgreichen australischen Folk-Punk-Band „Roaring Jack“ unterstützte er Arbeiter- und Volkskämpfe. Die durch Asbestose sterbenden Arbeiter bekamen ihr Denkmal in seinem Song „He Fades away“. Aus ihren Wohnungen Vertriebene das Lied: „Yuppietown“. Kaum einer kann wie Alistair einen Love-Song schreiben, der gleichzeitig politisch ist: „My Girl is a Militant.“ Seine Arbeitsmethode: enge Verbindung mit den Menschen und eine gründliche Recherche. So hat er geholfen, die Geschichte der Glasgower Arbeiter unter Führung des Lenin-Freundes John MacLean gegen den ersten imperialistischen Weltkrieg auszugraben. Sein Album „Red Clydeside“ ist ein schönes und wahres Lehrstück mit musikalischen Mitteln. An seiner Interpretation der Internationale hört man, wie schöpferisch er herangeht bei traditionellen Songs. „Die Internationale,“ sagte er, „sollte nicht wie eine Hymne im Saal, sondern wie auf einer Barrikade gesungen werden.“ Zu der Beileidsbekundung des ZK der MLPD meinte Fatima, seine Frau: „Das zeigt, dass Alistair Freunde in vielen Ländern hat.“ Das von Karl Nümmes ins Deutsche übertragene und gesungene Lied „Victor Jara“ bringt in seinem Chorus auf das Bild, das auch auf Alistair Hulett zutrifft: „His hands were gentle, his hands were strong – Mit sanften Händen und doch so stark!“ (Karl Nümmes)
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